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Die Grafschaft Haag

Das Haager Land

Anhand einer Karte 1:25000 sind der Umfang und die Grenzen der reichsunmittelbaren Grafschaft Haag aufgezeigt und mit ihren Schwerpunkten markiert.
Dazu werden Relikte des ehemals kaiserlichen Hochgerichts Haag (1245-1804) präsentiert und Zeichen der nachfolgenden Gerichtsbarkeit gezeigt: Gusseisenplatte mit dem kaiserl.Reichsadler 1765, bemalte Tafel des Kgl.baier.Landgerichts Haag (1838-1869) sowie gemeisselte Steinplatte des Amtsgerichts Haag (1869-1972). Aus der mittelalterlichen Sonderstellung von Haag resultieren zum Teil eigene Masse und Gewichte, die in einer Vitrine ausgestellt sind. Ein Wegkreuz mit holzgeschnitztem Christus um 1870 und eine Kreuzgruppe aus dem Kloster der Engl.Fräulein in Haag runden das Bild des Haager Landes ab.

Masse und Gewichte

Altertum

Ehemaliges Burgverlies

Ehemaliges Burgverlies

Die Abteilung Altertum ist im ehemaligen Burgverlies untergebracht. Der Raum hat ein Tonnengewölbe und war ehedem die Vorratskammer des Wohnturmes. Schmale Luftschlitze bewettern den Raum, der durch Aussenmauern von 3,00 Metern Dicke und einer Zwischenwand von 1,00 Meter Dicke begrenzt wird. Die Tür durch die Zwischenwand ist neuzeitlich.

Erdgeschichte

Das Haager Land entstand durch die Endmoränen der beiden letzten Eiszeiten. Diese Moränenhügel sind Ablagerungen des Gletschergerölls und bis zu 150 Meter stark. Darunter befindet sich die ursprüngliche tertiäre Süsswasser- und die Salzwassermolasse. Diese bestehen aus verschiedenen Sedimenten und lagern auf Kreide- und Juraschichten, die auf dem massiven Grundgebirge aus Granit und Gneis ruhen. In der Abteilung Erdgeschichte sind die Bodenschichten unter dem Haager Land bis in eine Tiefe von 3000 Metern unter derzeitigem Niveau aufgezeigt, beziehungsweise das Erdzeitalter bis vor 500 Millionen Jahren mit Gesteinsproben und Grafiken dargestellt. Auskünfte dazu: Gerhard Kramer Tel. 08072-8937.

Jungsteinzeit 3500-2200 vor Chr.

Die erste menschliche Besiedlung des Raumes Haag begann in der Jungsteinzeit um 3500 vor Christus. Das Haager Land war sehr dünn, aber flächendeckend von Steinzeitmenschen besucht. Steinzeit-Geräte wurde gefunden in Dachberg, Schönbrunn, Pumpernudel, Aign und Stetten bei Albaching, Edenklaus, Rainbach, Pyramoos, Steppach, Burgrain und Haag. Silex und Steinhalbware fanden sich in Eppenhöning im Norden der Grafschaft. Diese Funde sind im Museum ausgestellt und bilden eine komplette Bestandsaufnahme des derzeitigen Standes der Steinzeit-Forschung. Literatur: Rudolf Münch 2000: Steinzeit, Kelten u. Römer im Haager Land. An der Museumskasse für 3 Euro erhältlich.

Steinbeil der Jungsteinzeit

Steinbeil der Jungsteinzeit

Bronzezeit 2000-750 vor Chr.

Aus der Kupferzeit und frühen Bronzezeit sind bislang noch keine Funde zu Tage getreten. Ältester Fund dieser Kulturstufe ist eine Ziernadel der späten Hügelgräberbronzezeit aus Altdorf bei Haag (1550-1250 v.Chr.). Die übrigen spärlichen Bronzefunde stammen aus dem Süden des Haager Landes und datieren in 1400-1250 v.Chr. Interessant ist ein Bronzemesser der Urnenfelderkultur (1200-750) aus Hohenburg am Inn. Alle Funde sind ausgestellt. Literatur: R.Münch: Steinzeit, Kelten u. Römer im Haager Land (wie vor).

Bronzemesser der Urnenfelderzeit rätische Art,Bronzebruchstück der Urnenfelderzeit, grün patiniert

Bronzemesser der Urnenfelderzeit rätische Art
Bronzebruchstück der Urnenfelderzeit, grün patiniert

Kelten (Hallstatt- und Latenezeit 750-15 v.Chr.)

Aus der Hallstattzeit gibt es nur einige, aber sehr imposante Hügelgräber im Grosshaager Forst. Obwohl im Haager Land zwei keltische Viereckschanzen nachweislich sind (Winden und Fürholzen), sind die Funde dieser Zeit sehr spärlich, darunter eine Certosa-Fibel aus der Schanze Fürholzen, ein Armreif aus Weidgarten bei Soyen, ein Granit-Mahlstein aus Straßberg bei St.Wolfgang und Graphit-Ton-Keramikscherben aus Winden-Vinida bei Haag. Eine keltische Schmuckperle mit magischen Augen der Frühlatene aus Lengmoos ist nur zeitweise präsentiert. Die übrigen keltischen Funde sind von auswärts zu Schulzwecken ausgestellt. Literatur dazu: R.Münch: Steinzeit, Kelten und Römer im Haager Land.

Viereckschanze Vinida (Rekonstruktionsversuch mit Teil der keltischen Dorfsiedlung)

Viereckschanze Vinida (Rekonstruktionsversuch mit Teil der keltischen Dorfsiedlung)

Römer 15 v.Chr. - 488 n.Chr.

Als die Römer 15 vor Chr. das Alpenvorland besetzten, war das Haager Land vermutlich nicht besiedelt. Die eigentliche Römerzeit beginnt hier erst mit dem Bau der Römerstrassen um 179 nach Chr. Zwei Römerstrassen kreuzten sich in der Nähe von Haag-Winden, wo der bislang einzige eindeutig römische Fund gemacht wurde: ein Bronzewerkstück. Die übrigen ausgestellten römischen Funde stammen von ausserhalb des Haager Landes, darunter Terra-Sigillata-Scherben aus Pfaffenhofen-Rosenheim, eine Bacchus-Figur aus dem Ebersberger Forst und römische Münzen aus Unterübermoos bei Pfaffing. Literatur dazu: Rudolf Münch: Steinzeit, Kelten und Römer im Haager Land. An der Museumskasse erhältlich.

Stehender Bacchus mit Weinrebe, Bronzefigur, Ebersberger Forst

Stehender Bacchus mit Weinrebe, Bronzefigur
Ebersberger Forst

Römische Legionäre und ein Streitwagen, gezogen von 3 Pferden

Römische Legionäre und ein Streitwagen, gezogen von 3 Pferden

Bajuwaren 5. - 8. Jahrhundert

Bajuwarische Reihengräber mit Waffenbeigaben sind in Nähe von Freimehring entdeckt worden und in einem großen Gräberfeld „Bachkramer“ zwischen St.Christoph und Steinhöring. Von letzterem stammen drei
Bronze-Zierscheiben, die mit anderen Funden aus dem Raum Haag ausgestellt sind. Die Forschung und Sammlung ist noch nicht abgeschlossen. Auskünfte dazu: Rudolf Münch Tel. 08072-8489.

 

Bronze-Zierscheiben bajuwarisch

Bronze-Zierscheiben bajuwarisch

 

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